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Denkanstöße
DOKUMENTNUMMER: SPO004407

8. DENKANSTÖßE: Ökosoziale Marktwirtschaft

Im Rahmen der 8. Denkanstöße waren am 23. Oktober 2012 Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher von der Universität Ulm und Dr. Bruno Lindl von der ebm-papst Mulfingen GmbH & Co. KG zu Gast im Heilbronner Haus der Wirtschaft.

Wohlstand für alle und globale Nachhaltigkeit – kann das funktionieren?
Dieser Frage widmete sich Prof. Radermacher. Er gilt als geistiger Vater der Global Marshall Plan Initiative und der damit verbundenen Idee der ökosozialen Marktwirtschaft. In seinem neuesten Buch „Welt mit Zukunft“ stellt er die Überlebensfrage der Menschheit. Hier erörtert er, wie unsere Zukunft aussehen kann und wie wir als globale Gesellschaft die Zukunft aktiv verändern können.

Dabei gibt es nicht die eine richtige Antwort auf die Frage, denn Nachhaltigkeit ist in vielen Facetten und Dimensionen zu betrachten. Eines stellt er jedoch klar: Würden alle so leben wie wir, wäre die Welt sofort am Ende. Er untermauerte dies mit einer einfachen und ehrlichen Erkenntnis: Es wurde noch nie zuvor so viel über Nachhaltigkeit gesprochen, aber auch noch nie zuvor so wenig dafür getan. Angesichts der aktuellen Rekordwerte am weltweiten CO2-Ausstoß, trotz der umworbenen Reduktionsmaßnahmen, wird dies deutlich. „Wir fahren gegen die Wand, das aber zertifiziert“, fasst Radermacher treffend zusammen.

Radermacher bündelt die aktuellen Entwicklungen der globalen Zukunft in einem Wort - „Brasilianisierung der Welt“. Dies soll verdeutlichen, dass der Globus noch ungleicher organisiert ist als Brasilien. In Brasilien landen 65 Prozent des Bruttosozialproduktes als Einkommen nach Steuern und Sozialtransfers bei den reichsten 20 Prozent des Landes. In Deutschland sind dies aktuell 40 Prozent des Bruttosozialproduktes. Die Welt entwickelt sich laut Radermacher hin zu weltweiten brasilianischen Verhältnissen. Eine kritische Erkenntnis, die global wahrgenommen und angegangen werden muss.

Green Technology – Grünes Denken und Handeln im Unternehmen
Einen Blick in die Unternehmenspraxis warf daraufhin Dr. Bruno Lindl, Geschäftsführer der ebm-papst Mulfingen GmbH & Co. KG. Zu seinen Aufgabenbereichen gehören die weltweite Forschung und Entwicklung, das Patentwesen sowie die weltweite Produktion. Die ebm-papst Unternehmensgruppe ist ein Erfolgsbeispiel wie nachhaltiges Denken und Handeln mit unternehmerischem Erfolg in Einklang gebracht werden können. Sie widmet sich diesem Thema nicht erst seitdem es „in“ ist, sondern verfolgt schon lange das Ziel mit jeder neuen Produktentwicklung die Vorgängerlösung ökonomisch und ökologisch zu übertreffen. „GreenTech“ lautet dabei das Schlüsselwort.

Dr. Lindl stellte angesichts der zunehmenden Weltbevölkerung und der damit einhergehenden Urbanisierung, die Herausforderungen für zukünftige Produktentwicklungen vor. Hierbei sind sogenannte Technologiezyklen zu berücksichtigen. Nach der letzten Phase, die sich stark den Themen IT und Biotechnologie widmete, sind nun die Ressourcenproduktivität und der Einsatz erneuerbarer Energiequellen in den Fokus der weltweiten Produktentwicklungen geraten.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie in den Downloads.

Ihr Ansprechpartner
Peter Schweiker
Peter SchweikerGeschäftsführer | Leiter Standortpolitik
Tel.: 07131 9677-300Fax: 07131 9677-88-300peter.schweiker@heilbronn.ihk.de
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