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Innovationsstudien
DOKUMENTNUMMER: SPO008532

Gutachten zum Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg 2017

Baden-Württembergs Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut hat gemeinsam mit den beteiligten Forschungsinstituten ein umfassendes Gutachten zu Status quo und Perspektiven des Wirtschaftsstandortes Baden-Württemberg im nationalen und internationalen Vergleich vorgestellt.

Untersucht wurden wirtschaftliche Entwicklung, preisliche und technologische Wettbewerbsfähigkeit, Außenwirtschaftshandel und –investitionen, Auswirkungen von Brexit und protektionistischen Tendenzen einzelner Zielländer, Auswirkungen technologischer Veränderungen in der Automobilwirtschaft und im Maschinenbau, technologische Zukunftsfelder, Entwicklungen im Dienstleistungssektor sowie das Innovationsverhalten von KMU.

Laut Wirtschaftsministerium ergeben sich nach erster Einschätzung  folgende Handlungsfelder:

  • Forcierung der Innovationsförderung
  • Wachstums- und Entwicklungspotenziale im Dienstleistungsbereich
  • Erschließung neuer Wertschöpfungsfelder
  • Neujustierung der Standortpolitik
  • Fachkräftesicherung als zentrale Aufgabe
  • Chancen und Risiken im Außenhandel nutzen bzw. begegnen.

Ausgewählte Ergebnisse:

Mit dem Gutachten wurde erstmals eine Analyse der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit Baden-Württembergs seit 2007/2008 mit Hilfe einer umfassenden Auswertung nationaler und internationaler Daten vorgenommen. Die Zeit nach der großen Wirtschafts- und Finanzkrise brachte für Deutschland einen bis heute anhaltenden Aufschwung. Baden-Württemberg konnte dabei von seiner export- und technologieorientierten Wirtschaftsstruktur profitieren, traditionelle Stärken kamen voll zur Geltung. Die ohnehin schon starke Position im nationalen und internationalen Wettbewerb konnte nicht nur behauptet, sondern weiter ausgebaut werden.

Ausschlaggebend dafür waren positive Entwicklungen der technologischen und der preislichen Wettbewerbsfähigkeit der Südwest-Wirtschaft. Während die technologische Wettbewerbsfähigkeit unter anderem in einer hohen Innovationsintensität zum Ausdruck kam, schlug sich der preisliche Effekt in einer ausgesprochen günstigen Entwicklung der Lohnstückkosten nieder. Letzteres wurde ermöglicht durch hohe Produktivitätsgewinne bei gleichzeitig moderater Lohnentwicklung.

So ist die Arbeitsproduktivität von 2005 bis 2015 im Land um ca. 25 % gestiegen. Eine rege Investitionstätigkeit und forcierte Verfahrensinnovationen vor allem im Verarbeitenden Gewerbe haben dafür die Grundlage geschaffen.

Insgesamt konnte die baden-württembergische Wirtschaft enorme Vorteile auch aus erfolgreichen Internationalisierungsstrategien ziehen und ist ein Gewinner der Globalisierung in der letzten Dekade.

Die hohe Wettbewerbsfähigkeit findet ihren Niederschlag in einer sehr hohen Wirtschaftskraft pro Kopf. Hier liegt Baden-Württemberg in etwa gleichauf mit Bayern und Hessen um 15 % über dem Bundesdurchschnitt und auch weit vor Vergleichsländern wie Niederlande, Schweden, Frankreich und Großbritannien. Entsprechend günstig war hierzulande die Einkommensentwicklung. Die breite Bevölkerung Baden-Württembergs profitiert von der Wirtschaftskraft.

Mit erstmals auf Länderebene durchgeführten Simulationsberechnungen, die quantitative Angaben zu möglichen Auswirkungen diverser Brexit-Szenarien und protektionistischer Maßnahmen der USA auf Außenhandel, Wertschöpfung und Realeinkommen (Wohlfahrtseffekte) in Baden-Württemberg machen, zeigt das Gutachten, dass eine protektionistische Handelspolitik insbesondere Automobilindustrie und Maschinenbau mit einem Exportrückgang von 5 bis 7 % und damit auch das wirtschaftliche Wachstum Baden-Württembergs empfindlich treffen könnte.

In einem perspektivischen Teil haben sich die Institute auch mit gegenwärtigen Transformationsprozessen in der Automobilindustrie und im Maschinenbau befasst. Hier wurden mögliche Szenarien beschrieben und auf ihre Wirkungen auf Produktion und Beschäftigung in Baden-Württemberg untersucht. Des Weiteren wurden der Dienstleistungsbereich und insbesondere die Gesundheitswirtschaft in Baden-Württemberg unter die Lupe genommen.

Ferner wurde das Innovationsverhalten kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) eingehend untersucht. Dabei zeigt sich, dass der Anteil innovierender KMU in den letzten Jahren von 54 auf 48 % spürbar gesunken ist.

Weitere Informationen sowie das Gutachten als PDF-Datei finden Sie im Internet unter beigefügtem Link.

Ihr Ansprechpartner
Kai Plambeck
Kai PlambeckReferent Innovation & Netzwerke
Tel.: 07131 9677-297Fax: 07131 9677-88-297kai.plambeck@heilbronn.ihk.de
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