Header Image
Asien
DOKUMENTNUMMER: INT003435

CHINA: Informationen zu gängigen Betrugsversuchen in China

Vorsicht bei Geschäfte und Zahlungen nach China: Anlässlich gehäufter Meldungen von deutschen Unternehmen hat die AHK einen aktuellen Warnhinweis herausgegeben.

Obschon die meisten Geschäftsanfragen aus China seriöser Art sind, traten in den letzter Zeit leider vermehrt betrügerische Anfragen vermeintlicher chinesischer Kaufinteressenten bei deutschen Unternehmen auf.

Während unvermittelte Anfragen mit hohen Auftragsvolumina die bisher typischen Tricks darstellen, sind mittlerweile auch neue Betrugsarten aufgetreten.

Betrug im Zahlungsverkehr
Bei einer aktuellen Betrugsserie verschaffen sich Hacker Zugang zu den Emails von chinesischen Lieferanten und fangen Rechnungen an deren Kunden z.B. in Deutschland ab. Der deutsche Kunde erhält stattdessen eine gefälschte Rechnung mit einer anderen Bankverbindung, mit der Begründung, dass ein Kontenwechsel stattgefunden hätte. Meist wird der Fehler erst nach Überweisung der Rechnungssumme bemerkt, wenn der chinesische Lieferant die bei ihm nicht eingegangene Zahlung anmahnt. Auch Betrugsfälle im Bereich des Online-Shoppings sind keine Seltenheit. Im Anhang finden Sie ein Merkblatt der AHK mit Hinweisen, worauf zu achten ist.

Großaufträge und die Bezahlung von Gebühren
Bei diesen Anfragen wird regelmäßig seitens der unter verschiedenen Firmennamen agierenden Absender eine konkrete Bestellung größeren Umfangs in Aussicht gestellt. Die Bestellung erfolgt in der Regel prompt nach Kontaktaufnahme und ohne nenneswerte Nachfragen oder Verhandlungen. Nach der Vertragsunterzeichnung wird dann etwa eine Notargebühr, Garantieleistung oder Bankgebühr in Höhe von mehreren tausend Euro gefordert. Das eigentliche Geschäft kommt im Betrugsfall dann gewöhnlich nicht mehr zustande. Gemäß der AHK ist es nach dem chinesischen Recht in der Regel allerdings gar nicht zwingend erforderlich, Notargebühren für einen Vertrag zu bezahlen. 

Einladungen nach China, Restaurantrechnungen und Gastgeschenke
Gelegentlich werden deutsche Firmen auch zur Besprechung und dem in Aussicht gestellten Abschluss eines entsprechenden Vertrages nach China gebeten. Es wird von Fällen berichtet, in denen Kommissionsbeträge oder Restaurantrechnungen bezahlt werden sollten oder aber teure Gastgeschenke von deutschen Unternehmen gefordert wurden.

Vorsicht bei Vorauszahlungen
Nicht nur Geschenke und Kommissionszahlungen sind das Ziel der Betrüger. Oft ist es auch der vom deutschen Geschäftspartner unterschriebene Vertrag, der in der Regel eine Klausel über eine Vorauszahlung enthält. Mit diesem Vertrag kann das chinesische Unternehmen dann die Landeswährung in USD oder EUR umtauschen, was sonst nicht so ohne weiteres möglich ist, da die chinesische Landeswährung (noch) nicht frei konvertibel ist.

Domain-Registrierungen
Wenn Unternehmen ihre Produkte bereits auf dem chinesischen Markt verkaufen oder dies in absehbarer Zeit planen, kann es im Grundsatz sinnvoll sein, eine Domain in China anzumelden. Eine Reihe von Firmen in China haben sich darauf spezialisiert Markennamen ausländischer Unternehmen als Keyword oder Domainnamen registrieren zu lassen. Erhalten Unternehmen Emails von einer chinesischen Domin-Agentur mit der Information, dass ein chinesischer Anmelder versucht hätte, den Namen des deutschen Unternehmens zu registrieren, muss der Einzelfall genau überprüft werden. Oftmals handelt es sich bei derartigen E-Mails allerdings um Aquiseversuche seitens chinesischer Domain-Agenturen. Falls Unternehmen nur Märkte außerhalb von China bearbeiten, dann können Emails mit Angeboten zur Domain-Registrierung ignoriert werden.

Prävention bei China-Geschäften

Die AHK China rät daher dringend zu besonderer Vorsicht bei derartigen Anfragen. Das AHK-Netzwerk in China kann die Existenz chinesischer Unternehmen überprüfen. Dies ist allgemein empfehlenswert bei neuen Geschäftskontakten zu noch nicht persönlich bekannten chinesischen Unternehmen.

In der Anlage hat die AHK Greater China Informationen zu diesen Betrugsfällen und Möglichkeiten zur Prävention durch eine Frageliste zusammengestellt.

Ihr Ansprechpartner
Dalila Nadi
Dalila NadiReferentin Außenwirtschaft
Tel.: 07131 9677-121Fax: 07131 9677-129dalila.nadi@heilbronn.ihk.de
Social Bookmarks
  • Facebook
  • Twitter
  • XING
  • Google+
Facebook
Twitter
XING
YouTube