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Amerika
DOKUMENTNUMMER: INT005709

USA: Die wichtigsten Visa für Unternehmer im Überblick

Praktische Tipps und Hinweise zum amerikanischen Visa- und Einwanderungsrecht.

Neuer Visa-Informationsdienst - Neue Webseite und Telefonnummer

CGI Stanley wurde von der US-Botschaft und den US-Generalkonsulaten authorisiert, Visainformationen und Visaantragsdienste anzubieten.

Die aktualisierten Informationen zur Beantragung eines US-Visums in Deutschland finden Sie im Internet unter

Visa-Informationsdienst: http://ustraveldocs.com/de/

Telefon: (032) 22 10 93 243 (Kosten des Anrufs entsprechend Ihres Anbieters. Es entstehen keine zusätzlichen Gebühren)

Nicht-Einwanderungsvisa

Am häufigsten nutzen deutsche Geschäftsreisende das Visa Waiver Programm und das B1/B2-Visum, um in die Vereinigten Staaten einzureisen. Das Visa Waiver Programm wird landläufig auch als Touristen-Visum bezeichnet und ermöglicht den Aufenthalt in den USA bis zu 90 Tagen. Genaugenommen handelt es sich aber beim Visa Waiver Programm (übersetzt: Visa-Erlassungs-Programm) nicht um ein Visum, sondern das Programm ermöglicht Staatsbürgern aus 28 Ländern (darunter auch Deutschland), bei einem Aufenthalt von unter drei Monaten ohne ein offizielles Visum einzureisen. Ohne vorher die US-Botschaft oder das US-Generalkonsulat zu bemühen, kann das Formular des Visa Waiver Programms (VWP) direkt in allen offiziellen Verkehrsmitteln der Wahl, beispielsweise Fluglinien oder Schifffahrtsgesellschaften, ausgefüllt werden.

Teilnehmerländer am VWP-Programm:

Andorra
Australien
Belgien
Brunei
Dänemark
Deutschland
Estland*
Finnland
Frankreich
Griechenland

Großbritannien
Irland
Island
Italien
Japan
Lettland*
Liechtenstein
Litauen*
Luxemburg

Malta*
Monaco
Neuseeland
Niederlande
Norwegen
Österreich
Portugal
Republik Korea*
San Marino

Schweden
Schweiz
Slowenien
Singapur
Spanien
Ungarn*
Slowakische Republik*
Tschechische Republik*

* Staatsbürger von den markierten Ländern, die mit dem VWP reisen möchten, benötigen einen E-Pass


Allerdings sind an die Gewährung des Visa Waiver Programms mehrere Bedingungen geknüpft:

Waiver Programm

  • Es gilt für eine Dauer von maximal 90 Tagen.
  • Es muss ein gültiges Rückflugticket existieren.
  • Der Aufenthalt darf geschäftlich oder privat sein
  • Es darf keine entgeltliche Tätigkeit ausgeübt werden, da sonst das Recht auf spätere Einreisen verwirkt wird.
  • Es muss nicht vorher beantragt werden, man erhält es direkt vor der Einreise in allen offiziellen Verkehrsmitteln, wie z.B. im Flugzeug.
  • der Einreisende muss einen biometrischen Pass besitzen.

Vor der Einreise benötigen alle Staatsangehörigen von VWP-Ländern, die zeitweilig aus geschäftlichen oder privaten Gründen in die Vereinigten Staaten reisen, vor Reiseantritt per Flugzeug oder Schiff in die Vereinigten Staaten eine ESTA-Genehmigung. Seit September 2010 ist diese Genehmigung kostenpflichtig, derzeit 14 US-$.

Das bereits angesprochene B1/B2-Visum kann für längere Geschäftsbesuche beantragt werden. Es gilt für einen Aufenthalt von bis zu einem halben Jahr. Im Gegensatz zum Visa Waiver Programm muss man hierbei persönlich bei der US-Botschaft oder dem Generalkonsulat vorstellig werden, um das Visum zu erhalten. Genau wie beim Visa Waiver Programm ist es mit diesem Visum verboten, eine entgeltlichen Tätigkeit in den USA auzuüben. Die wichtigsten Merkmale des B1/B2-Visums:

B1/B2 Befristeter Geschäftsbesuch (Temporary Visitor for Business)

  • Für Besuche geschäftlicher oder privater Natur, die länger als drei Monate dauern
  • Gilt in der Regel maximal sechs Monate.
  • Der Antragssteller muss glaubwürdig versichern, dass er nach Deutschland zurückkehren will.
  • Genau wie beim Visa Waiver Programm darf keine entgeltliche Tätigkeit für ein in den USA ansässiges Unternehmen ausgeübt werden.

Beispiele erlaubter Tätigkeiten mit Visa Waiver Programm und B1/B2-Visum

  • Vertragsverhandlungen
  • Beratung mit Geschäftspartnern
  • Rechtsstreitigkeiten
  • Teilnahme an Geschäftstagungen/Messen
  • Unabhängige Forschungen
  • Suche nach neuen Büroräumen in den USA
  • Teilnahme an Board Meetings in den USA

Weitere wichtige Anwendungsfälle: Montage und Servicearbeiten

  • Montage/Bedienung/Reparatur von Maschinen oder Industrieanlagen, die nicht in den USA gekauft wurden. Aber: Im Kaufvertrag müssen die Tätigkeiten mitvereinbart sein. Kaufvertrag muss mitgeführt werden.
  • Ausbildung von US-Personal

Mitarbeiter, die in die USA mit dem Visa Waiver oder den B1/B2-Visum einreisen, sollten auf keinen Fall Einkommen aus US-amerikanischen Quellen beziehen, sondern ausschließlich auf Weisung und Rechnung des deutschen Arbeitgebers agieren.

Fallbeispiel:

Ein deutsches Unternehmen hat ein Tochterunternehmen in den USA gegründet. Maschinen und Anlagen wurden in Deutschland gekauft und in den USA aufgestellt. Somit darf ein deutscher Mitarbeiter in die USA mit dem Visa Waiver Programm einreisen, um die Montage der Industrieanlage zu übernehmen, da es sich um eine deutsche Maschine handelt. Der Monteur darf aber auf keinen Fall direkt vom amerikanischen Tochterunternehmen entlohnt werden, da dies Einkommen aus US-amerikanischen Quellen wäre, sondern sollte nur vom deutschen Arbeitgeber ein Entgelt erhalten.

Wichtiger Tipp für die Praxis

Um unnötige Schwierigkeiten bei Kontrollen der Einwanderungsbehörden zu vermeiden, empfiehlt es sich für deutsche Geschäftsreisende, ein Begleitschreiben des eigenen Unternehmens in englischer Sprache mit sich zu führen. Darin sollten der Zweck der Reise sowie Aufenthaltsdauer und die Tatsache, dass der Mitarbeiter kein Einkommen aus US-amerikanischen Quellen beziehen wird, vermerkt sein.
Wenn man einreist, um eine Montage- /Reparatur- oder Servicetätigkeit auszuüben, sollte man möglichst Unterlagen mit sich führen, die diese Tatsache belegen. Dies kann zum Beispiel der Kaufvertrag der Maschine oder Anlage oder das Einladungsschreiben des amerikanischen Kunden sein.

Weitere wichtige Visa-Arten sind das E1/E2-Visum und die Visa der Kategorie L1/L2. Das E1/E2-Visum kann von Händlern und Investoren beantragt werden, die vorhaben, in einem wesentlichen Ausmaß in den USA zu investieren. Das L1/L2-Visum kommt bei Mitarbeiterentsendungen in Betracht. Nachfolgend sind diese Visa-Kategorien übersichtsartig dargestellt.

E1/E2-Vetragsvisum für Händler und Investoren (Treaty Trader und Treaty Investor Visa)

  • Das E1-Visum eröffnet Händlern und Kapitalanlegern, die sich in den USA in einem bestimmten Umfang engagieren, eine Arbeitsgenehmigung für wesentlichen Handel ( > 200 000 USD ) E1.
  • Das E2-Visum gilt analog zu E1 für Investoren, die eine nicht unerhebliche Investition in den USA tätigen für eine wesentliche Investition ( > 100 000 USD ) E2.
  • Das Visum wird auf fünf Jahre erteilt und kann unter gleichen Umständen um die gleiche Zeit verlängert werden.
  • Es müssen umfangreiche Auflagen erfüllt werden.
  • Der Visumsnehmer muss eine leitende oder Spezialkenntnisse erfordernde Stelle innehaben.
  • Das Visum kann auch in eine Green Card umgewandelt werden.

L1 Innerbetriebliche Versetzungen (Intracompany Transferees)

  • Dieses Visum muss für Mitarbeiter beantragt werden, die von ihrem Unternehmen in eine Tochtergesellschaft in den USA entsendet werden.
  • Voraussetzung ist, dass der Mitarbeiter während eines Zeitraumes von drei Jahren mindestens ein Jahr in leitender Position bei dem entsendenden Untenehmen beschäftigt ist.
  • In den USA wartet eine leitende Management- oder Geschäftsleitungsposition. Oder: Der Mitarbeiter verfügt über sonstiges Spezialwissen.
  • Das Visum wird in der Regel auf drei Jahre ausgestellt und kann zweimal um weitere zwei Jahre verlängert werden. Dagegen kann das Visum für Spezialkräfte nur einmal verlängert werden. Es besteht weiterhin die Möglichkeit, im Anschluss an das Visum eine Green Card zu beantragen.
  • Wichtig für Familienangehörige: Begleitende Familienangehörige können für die Dauer des Aufenthaltes ein so genanntes L2-Visum beantragen (gilt nur für verheiratete Partner und Kinder unter 21 Jahren).

Für eine ausführliche Auskunft sollte man sich an die Botschaft oder das Konsulat wenden, da nur diese Institutionen verbindliche Angaben machen können. In der Regel sollte man sich frühzeitig um das Visum kümmern, da sich die Ausstellung bis zu acht Wochen hinziehen kann.

Praktikanten

Für ein Praktikum in den USA ist in der Regel ein sogenanntes J-1 Austauschvisum erforderlich. Ein J-1 Visum für Praktika kann von Studenten, Absolventen und jungen Berufstätigen in Anspruch genommen werden. Die Deutsch-Amerikanische Handelskammer in New York (GACC) ist ein offizieller J-1 Visumssponsor und hilft bei der Beschaffung eines J-1 Visums.

Ein J-1 Austauschvisum (J-1 Exchange Visitor Visa) für ein Praktikum in den USA kann beim US Konsulat nur unter Vorlage eines DS-2019 Berechtigungszertifikats beantragt werden. Die German American Chamber of Commerce (GACC) New York ist als gemeinnützige Organisation offiziell durch das US Department of State (DOS) autorisiert, ein DS-2019 Visumszertifikat auszustellen. Mit der Ausstellung des DS-2019 Visumszertifikats fungiert die GACC während des gesamten USA-Aufenthalts der Teilnehmer als deren Schirmherr.
Die Vergabe des DS-2019 Zertifikats und damit die Teilnahme am J-1 Visumsprogramm der GACC ist an verschiedene Auflagen des DOS und interne Durchführungsbestimmungen geknüpft.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage der Auslandshandelskammer GACC.

Das J-1 Austauschvisum ist KEIN Arbeitsvisum und nicht für einen dauerhaften Aufenthalt in den USA ausgelegt. Das J-1 Visum dient der praktischen beruflichen Aus- und Weiterbildung und wird nur für zeitlich begrenzte Aufenthalte (maximal 12 bzw. 18 Monate) gewährt.

Zuständige Behörde:

Amerikanisches Generalkonsulat Frankfurt
Gießener Straße 30
60435 Frankfurt am Main

Amerikanische Botschaft Berlin
Pariser Platz 2
14191 Berlin

Postanschrift:
Clayallee 170
14191 Berlin
Telefon 030 83050

Quelle: US-Botschaft

Ihr Ansprechpartner
Dalila Nadi
Dalila NadiReferentin Außenwirtschaft
Tel.: 07131 9677-121Fax: 07131 9677-129dalila.nadi@heilbronn.ihk.de
Alexander Kress
Alexander KressAußenwirtschaft
Tel.: 07131 9677-219Fax: 07131 9677-129alexander.kress@heilbronn.ihk.de
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