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Unternehmen, Energie & Umwelt
DOKUMENTNUMMER: NLS000475

Fit für die BUGA - Chancen & Herausforderungen für Hotellerie und Handel | Nachlese vom 13. November 2017

UEU - Fit für die Buga - SLIDER

Noch 517 Tage bis zur BUGA in Heilbronn …

Die Bundesgartenschau 2019 bietet vor allem für das regionale Gastgewerbe Umsatzpotential und langfristige Chancen. Nun gilt es sich optimal vorzubereiten. Doch welche Herausforderungen sind zu meistern? Welche Strategien und Projekte verfolgen die Bundesgartenschau Heilbronn 2019 GmbH und die Marketingorganisationen aus dem Stadt- und Landkreis Heilbronn? Welche Kooperationsmöglichkeiten gibt es für Hotels und Gastronomiebetriebe im Stadt- und Landkreis Heilbronn? Können auch Betriebe in den Landkreisen Hohenlohe, Schwäbisch Hall und im Main-Tauber-Kreis auf den „BUGA-Zug“ aufspringen?

Antworten auf diese und weitere Fragen bot ein Workshop mit Vertretern der Bundesgartenschau Heilbronn 2019 GmbH, den Marketingspezialisten von Heilbronn Marketing und Touristikgemeinschaft HeilbronnerLand und dem Gastronomieexperten Ingo Wessel. 

Ingo Wessel zeigte den Teilnehmern die Chancen einer Bundesgartenschau auf, erinnerte aber auch an die zahlreichen Hausaufgaben, die im Vorfeld noch zu erledigen seien. Ziel müsse es sein, mehr Gästevolumen zu generieren. Dies gelinge durch eine entsprechende Präsentation (Erscheinungsbild), angemessene Preise (fair, nicht einfach pauschaler BUGA-Aufschlag, Augenmerk v.a. bei „Signal-Artikeln“ wie Kaffee oder Wasser) und durch eine frühzeitige aber auch nachhaltige Personalstrategie (Wo sind Mitarbeiter zu generieren? Wie werden diese optimal eingesetzt?). Wessel gibt zu bedenken, dass seiner Erfahrung nach und aufgrund der bestehenden Analysen zum Gästeaufkommen 2019 mindestens 1000 Mitarbeiter zusätzlich im Gastgewerbe in Heilbronn gebraucht werden könnten. Die Region biete aber kaum Ressourcen, weil die Industrie hier ein deutlich attraktiverer Arbeitgeber sei.

Seine Thesen:

  • „Kooperation statt Konfrontation“ Um ein ansprechendes Gesamtbild für die Gäste abzugeben, sollten im Vorfeld Gestaltungsvereinbarungen getroffen werden. Dies betreffe die Außenbereiche bzw. das Stadtbild wie auch die Onlinepräsenz der Betriebe. Wichtig sei auch die Preissensibilität. Ingo Wessel berichtete von den Erfahrungen eines Kollegen, der bei einer Gartenschau den Espresso für einen Euro statt für 2 Euro anbot, dafür aber doppelt soviel Umsatz und aufgrund des geringen Wareneinsatzes auch entsprechend Gewinn machte. „Die Deutschen sind nun einmal sehr preissensibel!“ so Wessel. Kooperieren müssten die Betriebe auch beim Thema Personal. Sinnvolle Werkzeuge hierfür seien spezielles Recruiting, Zusatzqualifikationen für die „Gastgeber im HeilbronnerLand“ und geeignete Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung (Unterstützung bei Kinderbetreuung, Profitprogramme usw.)
  • „Profilbildung“ Die Betriebe sollten ihr Profil schärfen (Wer sind wir? Was zeichnet uns aus?)
  • „Kapazitäten fokussieren“ Wessel berichtete von den Problemen vergangener Gartenschauen. Die Gastronomie (vor allem Cafe´s) hätten hier massive Zeit-, Platz- und Personalprobleme gehabt, weil beinahe zeitgleich sämtliche Gartenschaubesucher morgens vor der Öffnung zum Frühstücken erschienen sind. Dies müsse mit einer entsprechenden Personalplanung abgefangen und auch etwa durch eine verschlankte Angebotskarte und ein modernes Kassensystem optimiert werden.

Wessel sensibilisierte aber auch für die Nach-BUGA-Zeit, in der jährlich mehr Reisegruppen in der Stadt und im Umland sein werden. Einschlägige Erfahrungen hat bereits die letzte Landesgartenschaustadt Öhringen (Landesgartenschau 2016) gemacht. Dort habe man in 2017 das seither beste Gruppenbuchungsjahr erreichen können.

Qualität steigern

Abschließend forderte Wessel vom Gastgewerbe noch mehr Qualität. Google etwa werde demnächst ein „Wartezeiten-Monitoring“ bieten, was die Transparenz für die Kunden nochmals erhöhen werde. Der Druck für die Branche wächst …

Einige dieser Punkte griff auch Anke Röttgen von der Bundesgartenschau Heilbronn 2019 GmbH in ihrer folgenden Präsentation auf. Nach einer Einführung zum Stand der Arbeiten auf dem BUGA-Gelände gab sie den Teilnehmern einen Überblick zur weiteren Entwicklung. Dies betraf auch die BUGA-Gastronomie und das dahinterstehende Gastronomie-Konzept. Frau Röttgen betonte, dass die Kooperationsbereitschaft nicht auf die Ausschreibung der Gelände-Gastronomie beschränkt sei. Man sei offen für viele weitere Kooperationen und biete dies auch den Betrieben außerhalb des Stadt- und Landkreises Heilbronn an. Einen exakten Fahrplan, wer was wann zu welchen Bedingungen machen kann, gebe es derzeit noch nicht, weil viele Dinge noch in der Planung seien.

Optimierung der Geschäftsabläufe

Auf Hochtouren laufen derzeit schon die Vorbereitungen der Marketingorganisationen aus dem Stadt- und Landkreis Heilbronn. Tanja Seegelke, Geschäftsführerin der Touristikgemeinschaft HeilbronnerLand e. V., sieht die Chancen und Herausforderung für das Gastgewerbe vor allem in der konsequenten Umsetzung der Digitalisierung. Im Vordergrund stehe dabei die Optimierung der Arbeitsabläufe in den Betrieben. Die Touristikgemeinschaft unterstütze zum Beispiel bei der Kontingentverwaltung, bei der Bearbeitung von Anfragen und Buchungsbestätigungen, dem Inkasso und der Kundenbetreuung. Zudem biete die Tourismusgemeinschaft auch eine starke Plattform, um die Gastgeber beim Marketing zu unterstützen und die Angebote besser auffindbar zu machen. Beispiele hierfür seien vor allem das neue Buchungsportal oder das Channelmanagement (Onlinebuchbarkeit der Branchen-Angebote auf bis zu 15 Plattformen).

Angebote nicht nur auf Stadt- und Landkreis Heilbronn beschränkt

Tanja Seegelke betonte ebenso wie Steffen Schoch von der Heilbronn Marketing GmbH, dass die Marketing- und Unterstützungsangebote für Gastgeber in der gesamten Region Heilbronn-Franken gelten. Die Heilbronn Marketing GmbH versuche aufgrund der bereits schon jetzt bestehenden hohen Auslastung der Hotels und Beherbergungsbetriebe in und um Heilbronn gezielt auch für das Gruppenreisegeschäft geeignete Häuser im Radius von bis zu 80 km um Heilbronn anzuwerben. Schoch resumierte, dass noch nie soviel Kommunikation nach außen getragen wurde wie es derzeit passiere. Schoch berichtete den Teilnehmern über die zahlreichen Maßnahmen der Heilbronn Marketing GmbH, insbesondere auch zu den Kooperationsmöglichkeiten für die Gastgeber.

Neues Buchungsportal

Um das Gruppenreisegeschäft schon im Vorfeld der BUGA zu forcieren haben die Heilbronn Marketing GmbH gemeinsam mit der Touristikgemeinschaft HeilbronnerLand und STB-Reisen, einem der erfahrensten Gruppenreiseveranstalter, ein neues Tourismuskonzept entwickelt. Dies beinhaltet die Erarbeitung konkurrenzfähiger Programme für den deutschen Veranstalter- und Individualmarkt 2018-2022, die Schaffung einer neuen Internetseite in welcher Angebote aus der Region direkt gebucht oder angefragt werden können, den Aufbau eines speziellen Kataloges für den Gruppen- und Busbereich mit ausgearbeiteten Programmen und die Präsenz auf verschiedenen Fachmessen. Zugang zum Buchungsportal ist über die unten verlinkten Web-Adressen möglich.

Veranstaltungsreihe „FIT FÜR DIE BUGA“

IHK-Referent Christoph Oberländer wies abschließend auf die Fortführung der Veranstaltungsreihe in 2018 hin. Im nächsten Jahr liege der Fokus auf der Mitarbeiterqualifizierung in Gastgewerbe und Handel. Hierzu – wie auch zu weiteren wichtigen Themen rund um die BUGA – wird es Veranstaltungsangebote geben. Aktuelle Informationen finden Sie auf unserer Homepage.

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